Einladung zum Impulsvortrag Ethik 3.2.2020

 

 

„Was ist schon gut und richtig?“
Wie ethisches Handeln in einer komplexen Gesellschaft funktionieren kann

 

Wir leben in „flüssigen Gesellschaften“ (Zygmunt Baumann), in denen immer wieder, mehr oder weniger laut nach Ethik gerufen wird. Was gestern noch galt, ist heute ungültig und überholt. Ethik ist dann gefragt, wenn sich das Gute, welches das Selbstverständliche Ethos vom Bösen oder Schlechten unterscheidet, nicht mehr von selbst versteht oder auch nicht mehr im breiten Konsens mitgetragen wird. Ethik ist immer ein Phänomen der Krise, vor allem dann, wenn wir selbst oder auch  Unternehmen in Kritik und Konflikte geraten. Wir wissen nicht mehr, was wir tun sollen. Antworten von gestern tragen nicht. Vor allem gibt es keine Autoritäten, die sagen wo es lang geht, und wir wollen es uns auch nicht von anderen vorschreiben lassen, wie wir leben, handeln und arbeiten wollen.

In einer plural ausdifferenzierten, demokratischen Gesellschaft hat „niemand“ mehr in ethischen Fragen monopolhaft das Sagen. Es muss um Überzeugungen gerungen werden, politisches und unternehmerisches Handeln wird öffentlich auf den ethischen Prüfstand gestellt. In der beschleunigten digitalen Welt sind die Folgen unethischen Handelns schnell kommuniziert, ganz gleich  etwa ob es die Informationspolitiken der Regierenden, die Vertuschungspraxis der Kirche oder der Automobilindustrie, oder die Produktionsbedingungen in der Textil- oder Nahrungsmittelindustrie sind.

Auch in den existenziellen Fragen unseres Leben, wie wollen wir alt werden, wie sterben, werden wir damit konfrontiert, über unser Lebensende selber „verfügen“ zu müssen. Wir sind in die Autonomie unserer eigenen Selbstbestimmung entlassen. Wir können nicht nicht-entscheiden. Wir müssen uns individuell, in verschiedenen Gruppen, In Organisationen und Unternehmen fragen: Was ist gut für uns, für andere und die nächste Generation? Wollen wir das alles so, wie es entstanden ist und wie wir es eingerichtet haben (Peter Heintel)? Ethik ist Unterbrechung und braucht Zeit und muss verantwortlich, kollektiv in neu einzurichtenden Arrangements prozeduralisiert und organisiert werden.     

  • Ethik ist gefragt. Ethik ist ein Krisenphänomen.
  • Ethik ist nicht delegierbar. Wir müssen selbst entscheiden. Aber wie kommen wir zu guten Entscheidungen?
  • Ethik ist organisierte Unterbrechung, kollektives Ringen um das Gute.

 Referent:
Univ.-Prof. Mag. Dr. Andreas Heller M.A.
Lehrstuhl für Palliative Care und Organisationsethik der KFU Graz

 

Wann? Montag, 3. Februar 2020, Beginn 18:00 Uhr
Wo?  Erzherzog Johann-Zimmer, 7. Stock, WKO Steiermark, Körblergasse 111, 8010 Graz

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Ihre Anmeldung hier online bis spätestens 30.1.2020